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Stadtverordnetenversammlung
Brandenburg an der Havel
Heidi Hauffe
Fraktion/Stadtverordnete
(zehn vom Hundert der Stadtverordneten)
Anfrage an den Oberbürgermeister
Betreff: NATO-Übung „Medic Quadriga 2026“ am Universitätsklinikum
Brandenburg an der Havel GmbH
Anfragetext:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Im Februar und März 2026 sind rund 1000 Soldatinnen und Soldaten aus ganz Deutschland an der NATO-Übung „Medic Quadriga 2026“ beteiligt. Das Militärbündnis probt das Verlegen und Versorgen verletzter Menschen aus Kriegsgebieten. Als Hauptumschlagbasis dient der Flughafen Berlin-Brandenburg, zudem nehmen zahlreiche Krankenhäuser aus der Region teil, darunter sechs Brandenburger Kliniken: Die Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem in Cottbus, das Klinikum Frankfurt (Oder), das Helios Klinikum Bad Saarow, das Klinikum Dahme-Spreewald, das Klinikum Ernst-von-Bergmann in Potsdam sowie das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel GmbH).
Laut Angaben der Brandenburger Landesregierung haben sich die Brandenburger Krankenhäuser „freiwillig und eigeninitiativ“ zur Teilnahme an „Medic Quadriga 2026“ gemeldet – somit auch das sich in kommunaler Trägerschaft befindliche Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel GmbH (weiter im Text: UKB). Zugleich sei die Landesregierung jedoch im Vorfeld der Übung darüber informiert gewesen. Unter Federführung des Ministeriums des Innern und für Kommunales würden aktuell entsprechende Krisengremien u.a. für die regelmäßige Durchführung solcher Übungen aufgebaut.
Nach Angaben der Bundeswehr ist dies die größte und komplexeste Übung des Sanitätsdienstes seit Beginn des Ukraine-Krieges. Das Manöver besteht aus drei dimensionsüber-greifenden Übungsanteilen: Dem schnellen Verlegen von Sanitätskräften über die Ostsee zur Verstärkung an die sogenannten „NATO-Ostflanke“ inklusive des Aufbaus und Betriebs einer Behandlungseinrichtung der Ebene 2 in Litauen, der erstmaligen Simulation der strategischen medizinischen Evakuierung (StratMedEvac) von Litauen nach Deutschland gemeinsam mit der Luftwaffe sowie der erstmaligen Einrichtung eines zivil-militärisch betriebenen Hubs zur Steuerung des Transports und der Behandlung von Patientinnen und Patienten in Deutschland. Als Grund für das Ausmaß dieser Übung gibt die Bundeswehr die „veränderte Sicherheitslage“ sowie eine nicht näher erläuterte „konkrete Bedrohung durch Russland“ an. Die Übung diene der Vorbereitung auf ein „Artikel-5-Szenario“ der NATO, den sogenannten „Bündnisfall“.
Die Fraktion Bündnis Sahra Wagenknecht steht zur Bundeswehr und ihrem im Grundgesetz verankerten Auftrag zur Landesverteidigung. Übungen von Kriegsszenarien an der sogenannten „NATO-Ostflanke“ unter Beschwörung vermeintlicher Bedrohungsszenarien gehen jedoch weit über diesen Auftrag hinaus. Zudem ist die NATO-Übung „Medic Quadriga 2026“ ein weiterer Schritt hin zur Militarisierung des zivilen Gesundheitswesens auch im Land Brandenburg. Die Fragestellerin spricht sich daher für eine klare Trennung ziviler und militärischer Gesundheitsversorgung aus.
Wir fragen Sie daher:
Wenn ja, warum?
Wenn ja, wann? Wenn nein, warum nicht?
Wenn ja, bitte nach Berufen (Ärzte, Pflegekräfte etc.) aufschlüsseln und jeweils die Anzahl und den Zeitraum der Einplanung angeben?
Wenn ja, bitte die Höhe der jeweiligen Vergütung angeben.
Wenn nein, warum nicht? Wenn ja, wann und über welche Ebenen?
Vielen Dank im Voraus für die fristgerechte Beantwortung!
Heidi Hauffe